 < zurück Zwei Meisterschüler in China1> Tai ji quan - Zwei Wolfwiler im Zeichen der chinesischen Kampfkunst
Bei einem Tai ji quan-Workshop im chinesischen Dorf Chen jia gou nahmen mt Regula und Daniel Stehli-Schär zwei Wolfwiler teil. Ihnen wurde zudem eine ganz besondere Ehre erwiesen. Sie wurden zu offiziellen Lehrern des Chen-Stils ernannt, was lange nur Familienmitgliedern vorbehalten war. Kürzlich fand in Chen jia gou, einem kleinen Dorf der chinesischen Provinz Henan ein aussergewöhnlicher Workshop in Tai ji quan statt, an dem als Vertreter der Schweiz zwei Tai ji-Lehrer aus der Region, Regula und Daniel Stehli-Schär aus Wolfwil, teilnahmen. Unter den Anwesenden fanden sich Teilnehmer aus der ganzen Welt: Aus den verschiedensten Regionen der USA, aus England, Deutschland, Polen usw. waren die Schüler und Schülerinnen von Grossmeister Chen Xiao wang, dem offiziellen Vertreter des Chen-Stils, angereist. Chen Xiao wang bereist während des Jahres eine ganze Anzahl von Ländern, um auf höchstem Niveau Tai ji, chinesisches Schattenboxen, zu unterrichten.
Zentrum und Treffpunkt des Tai ji quan Dabei kommt der Schweiz in Europa eine ganz besondere Rolle zu, denn sie war 1992 das erste Land Europas, das Grossmeister Chen Xiao wang nach seiner Emigration nach Australien bereiste. Seither zeigt er seine Verbunden-heit mit dem Land dadurch, dass er zweimal pro Jahr in der Schweiz unter-richtet. In Chen jia gou, wohin er nach langem Auslandsaufenthalt für kurze Zeit wieder zurückgekehrt ist, unterstützt er den Wiederaufbau der von seinem Bruder Chen Xiao xing geleiteten Schule für Chen-Tai ji quan in grosszügiger Weise. Es soll daraus wieder ein Treffpunkt und ein Zentrum des Tai ji quan werden, nachdem in der Kulturrevolution Unwiederbringliches zerstört wurde. Im Workshop unterrichtete Grossmeister Chen Xiao wang die Doppelsäbel-form, eine nicht häufig gezeigte Form des Tai ji quan. Immer mehr Bedeutung in China Ganz besondere Bedeutung erhielt dieser Anlass durch die Graduierung der 15 ausgewählten Meisterschüler und Meisterschülerinnen, welche alle der „World Chen Xiao wang Tai ji quan-Association“ angehören. In der feierlichen und vom Fernsehen übertragenen Zeremonie ernannte Grossmeister Chen Xiao wang auch Regula und Daniel Stehli zu offiziellen Lehrern des Tai ji quan der Familie Chen. Diese bisher einzigartige Auszeichnung hat einen besonderen Stellen-wert, da die Familie Chen bis zur Emigration von Grossmeister Chen Xiao wang ihr grosses Können in der ältesten Sportart der Welt nur Familienmit-gliedern weitergab. Unterdessen gewinnt das Chen-Tai ji auch in China selber immer mehr an Bedeutung. Bereits wurde es in mehreren Provinzen an den Schulen als Hauptfach in den Turnunterricht aufgenommen.
Chen Xiao wang wird zwischen dem 5. und 17. Mai 2006 wieder in der Schweiz weilen und seine Schüler und Schülerinnen unterrichten. In der Zwischenzeit können die Tai ji-Begeisterten den Unterricht von Regula und Daniel Stehli besuchen. Anfänger sind jederzeit willkommen. zum Seitenanfang Interview mit Regula Stehli „Offenheit ist wichtig“
Was ist das Ziel Ihrer Kurse in Olten? Regula Stehli-Schär: Prävention und Gesunderhal-tung der Teilnehmer mit energetischer Arbeit sowie, dass die Leute den Alltag besser meistern können.
Das tönt fast ein wenig nach Gesundheitsturnen. Stehli-Schär: Es ist ein bisschen mehr, es ist auch Fitness, eine Stärkung des Körpers und des Geistes. Aber es kann auch einen sehr sportlichen Aspekt annehmen, zum Beispiel bei den Junioren. Die innere Energiearbeit, die bei unserer Sportart im Zentrum steht, kommt bei ihnen jedoch ein bisschen weniger zum Tragen.
Für welche Zielgruppe sind die Kurse gedacht? Stehli-Schär: Für keine bestimmte. Wir decken sämtliche Altersstufen ab.
Welche Voraussetzungen muss man mitbringen? Stehli-Schär: Körperlich keine, es sind mehr mentale Voraussetzungen, Offen-heit gegenüber etwas Neuem, einem anderen Verständnis des menschlichen Wesens.
Wie lange unterrichten Sie schon Tai ji quan? Stehli-Schär: Ich habe vor gut 21 Jahren in China damit angefangen. 1992 kam Master Chen in die Schweiz und brachte den energetischen Ansatz in meine Arbeit ein.
Wann und wo wird Grossmeister Chen in der Schweiz zu sehen sein? Stehli-Schär: Er wird vom 11. bis 15. Mai 2006 in Olten und Wangen unter-richten. Es ist absolut perfekte Körperarbeit zu sehen, und auch Zuschauer sind willkommen.
Regula Stehli-Schär (50) unterrichtet wöchentlich am Forum für Traditionelle Chinesische Medizin an der Jurastrasse 17 in Olten zusammen mit ihrem Mann Tages- und Abendkurse. Sie sagt, dass erst äussere Weichheit innere Härte ermögliche. zum Seitenanfang Internationales Zentrum für Tai ji quan1> Olten - Des Grossmeisters Sohn unterrichtete Tai ji quan erfreut sich im Westen immer grösserer Be- liebtheit. Nachdem ausserhalb Chinas zuerst der aus dem ursprünglichen Chen-Tai ji quan entwickelte Yang- Stil praktiziert wurde, wird nun der dynamischere Chen-Stil immer bedeutender. Olten hat sich als wichtiger Anziehungspunkt etabliert. Seit Jahren besucht Grossmeister Chen Xiao wang, der Stammhalter der Chen-Familie in der 19. Genera- tion, zweimal im Jahr die Schweiz und unterrichtet in der dem Forum für Traditionelle Chinesische Medizin angeschlossenen Tai ji-Schule jeweils je eine Woche in Olten. Zu diesen Kursen kommen nicht nur Schüler aus der Schweiz, sondern auch aus ganz Europa. Kürzlich ergab sich die Gelegenheit, mit Chen Jun (Foto), dem ältesten Sohn von Grossmeister Chen Xiao wang, die Waffenform mit dem Breitschwert ken- nenzulernen. | 
| Dabei erwies sich Chen Jun als geduldiger Lehrmeister. Er begeisterte drei Generationen Tai ji-Schülerinnen und -Schüler beim Erleben des in einer Handorm geübten Prinzips des Energieflusses bis in die Schwertspitze. Alle Praktizierenden erwarten entsprechend geduldig den nächsten Besuch von Grossmeister Chen Xiao wang im nächsten Monat. [Mittelland-Zeitung vom 16.11.02] | zum Seitenanfang Grossmeister besuchte Tai ji-Gruppe Während seines Aufenthaltes in Olten besuchte Grossmeister Chen Xiao wang vor kurzem auch die Kinder- und Jugendklassen der Tai-ji-Gruppe Olten. Chen Xiao wang ist der offizielle Vertreter des Chen-Stils Tai ji quan und gilt als Nummer eins in China. Im Dezember 1999 hat er sein Können an einer viel beachteten Demonstration in der Oltner Schützi gezeigt. Während neun Monaten pro Jahr besucht er seine Schülergruppen in der ganzen Welt und gibt sein grosses Können weiter. Er ist das erste Mitglied der Familie Chen, das diese jahrhundertealte Erfahrung einem grösseren Schülerkreis zugänglich macht. Dass sich bereits ganz junge Menschen mit Tai ji quan (Schattenboxen) auseinandersetzen, ist im Heimatdorf von Chen Xiao wang nichts Besonde- res. In der schnelllebigen westlichen Welt dürfte das Interesse der Kinder und Jugendlichen an der chinesischen Körper- und Energiearbeit aber eher aus- sergewöhnlich sein. Die Jugendgruppe unter der Leitung von Regula Stehli-Schär wurde 1999 gegründet. Seit einem halben Jahr übt sie die aus 19 Bewegungselementen bestehende Kurzform des Chen-Stils Tai ji quan, die Meister Chen speziell für den Westen zusammengestellt hat. Die Tai ji-Gruppe Olten gehört dem Schweizerischen Verband für Chen Xiao wang Tai ji quan an und führt auch verschiedene Trainingsgruppen für Er- wachsene. Es werden Hand- und Waffenformen unterrichtet, wobei beson- derer Wert auf die innere Qi-Arbeit gelegt wird. Spezielle Qi gong-Übungen (Reeling silk) helfen, den inneren Qi-Fluss wahrzunehmen und mit der Zeit auch zu lenken. Zweimal pro Jahr finden Workshops mit dem grossen Meister statt. Es ist immer wieder beeindruckend, wie er die Teilnehmenden aller Stufen gemäss ihren körperlichen Voraussetzungen in Positionen korrigiert, die ein besseres Fliessen der Körperenergie (Qi) zulassen. Die präzisen und äusserst gedul- dig ausgeführten Korrekturen motivieren für das tägliche Training. Die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit sind bei regelmässigem Training bald einmal festzustellen: "Taijiler" fühlen sich stärker, ausgegli- chener und besser gerüstet für die tägliche Arbeit. Das ursprünglich für den Kampf entwickelte Tai ji quan stärkt auch das Selbstbewusstsein und bewirkt nach längerem Üben eine Dynamik, die eine effiziente Selbstverteidigung ermöglicht. [Oltner Tagblatt (OT) vom 27.06.01] | | zum Seitenanfang
| Grossmeister Chen Xiao wang gab sich die Ehre Tai ji quan-Vorführung im Oltner Kulturzentrum Schützenmatte 17. Dezember 1999 Olten hat sich innerhalb der Schweiz zu einem Zentrum des Tai ji quan, des chinesischen Schattenboxens, entwickelt. Diese Tatsache bestätigte sich letzten Freitag eindrücklich durch die Tatsache, dass der wohl zurzeit bedeutendste Grossmeister dieser fernöstlichen Kampfkunst, Chen Xiao wang, im Kulturzentrum Schützenmatte einen Beweis seines Könnens gab. | Daniel Stehli | 
| | Chen Xiao wang, direkter Nachkomme des Begründers des Tai ji quan, eines Generals der ausgehenden Ming-Zeit (17. Jh.), ist in der 19. Generation der Chen-Familie der Alleinverantwortliche für den Chen-Stil des Tai ji quan. Dreifacher chinesischer Meister und überhäuft mit Ehrungen und Auszei- chnungen, hat er sich 1990 entschlossen, China zu verlassen und sich in Sydney niedergelassen. Von Australien aus be- sucht er während neun Monaten im Jahr die über die ganze Welt verteilten Ver- bände, um die Lehrenden und Fortge- schrittenen unter seinen Schülern zu unterrichten. Die Schweiz besitzt als einziges Land das Privileg, dass Chen Xiao wang jährlich zwei Mal Workshops veranstaltet. Das hat dazu geführt, dass | das Schweizer Niveau im Vergleich recht hoch anzusetzen ist. Als klare Zentren sind Olten und Biel zu bezeichnen, doch sind unterdessen auch Lehrer in Basel, Zürich und Luzern tätig. | Ruhe im Publikum | Zum Abschluss seines Dezemberbesu- ches gab Meister Chen in Olten eine De- monstration seines Könnens. Ein gros- ser Teil der Zuschauer in der voll besetz- ten Schützenmatthalle dürfte wohl nur einen Teil dessen, was Tai ji quan aus- macht, vorher gekannt haben. In Euro- pa wird Tai ji quan üblicherweise als eine Folge von langsamen Bewegungen ge- lehrt, deren Hauptnutzen in der Erhaltung der Gesundheit liegt. Diesen Aspekt des Tai ji quan führte Chen Xiao wang sehr eindrücklich vor. Zwei Qi gong-Formen, die als Vorberei- tung für das Tai ji quan verwendet wer- den, zeigten den Zuschauern, was Ru- he, Zentriertheit und Konzentration be- deuten können. Obwohl die Formen recht lange dauerten, übertrug sich die Ruhe | |  | auf das Publikum. Sogar die relativ zahlreichen Kinder konnten sich dem Bann kaum entziehen. Das, was man in Europa unter Tai ji quan versteht, kam bei der Vorführung einer Einführungsform und der sogenannten Alten Form (Lao jia) zur Geltung. Diese in absoluter Perfektion vorgetragenen Bewegungsfolgen zeigten erst so richtig auf, wie weit der grosse Durch- schnitt der Tai ji quan-Übenden von der Meisterschaft entfernt ist. | Kanonenfaust-Form  | | Gleich im ersten Drittel der Demonstration folgte dann eine weniger bekannte Seite des Tai ji quan. Meister Chen führte eine Pao chui- oder Kanonenfaust-Form vor. Äusserst dyna- misch, von explosiver Kraft zeigte der über 50-jährige, was mit einem trainierten Körper möglich ist. Es erstaunt nach dieser Vorfüh- rung nicht, dass verschiedene Gegner in Ver- gleichswett kämpfen darauf verzichteten, ge- gen Chen Xiao wang anzutreten. Es ist fest- zuhalten, dass es im Tai ji quan nicht üblich ist, Krafttraining zu machen, da dieses dem Körper die Geschmeidigkeit nehme. Ausserdem führte Meister Chen verschiedene Formen mit Waffen vor. Während Schwert- formen auch in Europa zum Repertoire des Tai ji quan gehören, sind Formen mit der Lan- | ze und dem Speer kaum bekannt. Gerade sie aber gehören zu den älte- sten Bestandteilen des Systems. Besonders eindrücklich war die Form mit der Lanze, die Chen mit höchster Eleganz demonstrierte. Sie ist sehr selten zu sehen, da nur ganz wenige Meister in der Lage sind, mit dem bis 9 Kilogramm schweren Gerät umzugehen. Eine ganz besondere Note brachte Meister Chen in die Demonstration, als er einem Mitglied der Kinder-Gruppe, das krankheitshalber nicht am Training mit ihm teilnehmen konnte, eine Kalligraphie überreichte. Chen Xiao wang gilt nämlich in China auch als einer der bedeutendsten Kalli- graphen. Mit grossem Applaus wurde der Meister nach mehr als zwei Stunden Vorführung verabschiedet. | [Oltner Tagblatt (OT) vom 21.12.99] zum Seitenanfang © by FTCM - Forum für Traditionelle Chinesische Medizin, Wolfwil/SO |