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Grossmeister Chen Xiao wang

Chen Xiao wang wurde 1946 im Dorf Chen jia gou in der Provinz Henan in 
China geboren. Er ist der Sohn von Chen Zhao xu und der Enkel von Chen Fa 
ke, dem bedeutendsten Tai ji-Meister des Chen-Stils in diesem Jahrhundert. 
Chen Xiao wang ist der direkte Nachfahre des Begründers des Tai ji quan in 
der 19. Generation. Im Unterschied zu andern Meistern profitierte er von der 
Familientradition und ist der erste, der diese jahrhundertealte Erfahrung 
einem grösseren Schülerkreis zugänglich macht.

Seine Ausbildung genoss Chen Xiao wang bei seinem Grossvater und bei 
seinen beiden Onkeln. Mit Tai ji quan begann er als Achtjähriger. Seither 
trainierte er täglich und ist so zu einem der bedeutendsten Wu shu-Meister 
Chinas herangereift. Diese Entwicklung verlief aber nicht so geradlinig wie 
das scheinen mag. Während der Zeit der Kulturrevolution war das Chen-Tai 
ji nicht geduldet. So musste er das Training ausserhalb der Arbeitszeit be-
treiben. 
Durch seine Zähigkeit im Training und seinen ausserordentlichen Trainings-
fleiss wurde er zum herausragenden Vertreter des Chen-Stils. Nach der 
Kulturrevolution baute die Regierung in Chen jia gou ein Trainingszentrum auf, 
zu dessen Leiter Chen Xiao wang bestimmt wurde. Zweimal gewann er die 
Chinesische Meisterschaft im Tai ji quan aller Stilrichtungen. Er gilt seither 
als Nummer 1 in China und hat zur Entwicklung des Chen-Stils sehr viel 
beigetragen. So schuf er zum Beispiel eine verkürzte Form in 38 Teilen und, 
um dem Anfänger den Einstieg zu erleichtern, die sehr vereinfachte 19er 
Form. 

Nicht nur als Tai ji-Meister und Lehrer
wurde Chen Xiao wang bekannt. Er 
gilt als einer der wichtigsten Mei-
ster der neueren chinesischen Kalli-
graphie und war Mitglied der Leitung 
einer der bedeutendsten Akademien 
für Kalligraphie in China. Seine Be-
deutung für das kulturelle Leben Chi-
nas wurde anerkannt durch die Wahl 
zum Mitglied des Volkskongresses in 
Peking, was bei uns einem National-
rat entsprechen würde.

1991 hat Chen Xiao wang die Volks-
republik China verlassen. Er lebt 
heute in Sydney in Australien.

Etliche Tai ji-Verbände in der ganzen 
Welt haben ihn zu ihrem Ehrenpräsi-
denten ernannt. In einigen Ländern hat 
er Schülergruppen, die er regelmässig 
besucht. So auch in der Schweiz.

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Am 13. April 2001 wurde Grossmeister Chen Xiao wang in der tschechi-
schen Hauptstadt Prag von Präsident Vaclav Havel empfangen. Am Tref-
fen nahmen ebenfalls teil: Josef Zverina (Chef der Leibwächter), Vit Vojta 
(Übersetzer und Leibwächter) sowie dessen Frau. Der Präsident bat Chen 
Xiao wang, ihm das Tai ji quan vorzustellen. Nach der Präsentation meinte 
er, das chinesische Tai ji quan sei so, dass er von jetzt an Tai ji quan üben 
müsste ...

 

  

  
  

  

 

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